Der Berufsverband Geprüfter Graphologen/Psychologen e. V. (BGGP e. V.) gehört zu den traditionsreichsten Fachverbänden der deutschsprachigen Handschriftenanalyse. Im Jahr 2026 feiert der Verband sein 80-jähriges Bestehen.
Seine Geschichte reicht bis in das Jahr 1946 zurück, als der BGGP in München gegründet wurde. Eine Quelle aus der verbandseigenen Fachzeitschrift Angewandte Graphologie und Charakterkunde (21.
Jahrgang, 1973) bezeichnet den Verband ausdrücklich als „schon 1946 gegründet“ und berichtet zugleich von seiner Reorganisation im Jahr 1949.
Diese Entwicklung ist vor dem Hintergrund der unmittelbaren Nachkriegszeit zu sehen. Wissenschaftliche und kulturelle Vereinigungen konnten ihre Arbeit damals aufgrund der politischen und organisatorischen Verhältnisse zunächst häufig nur eingeschränkt oder provisorisch aufnehmen. In den folgenden Jahren wurden ihre Strukturen weiterentwickelt, neu geordnet und vereinsrechtlich gefestigt. Für den BGGP spricht die historische Quellenlage daher dafür, zwischen der eigentlichen Gründung im Jahr 1946, der Reorganisation 1949 und einer späteren formalen Eintragung als Verein zu unterscheiden.
Zu den prägenden Persönlichkeiten der frühen Verbandsgeschichte zählen insbesondere Jakob Böckl und Rudolf Lindner. Jakob Böckl gründete nicht nur den BGGP, sondern auch die Fachzeitschrift Angewandte Graphologie und Charakterkunde. Bereits im Alter von etwa 24 Jahren begann er, sich intensiv mit Graphologie zu beschäftigen. Sein Lebenswerk umfasste die Graphologie, die Schriftvergleichung und die Graphotherapie (Schreibbewegungstherapie). Auch über den eigenen Verband hinaus genoss Jakob Böckl hohes Ansehen. Ein Nachruf der Deutschen Graphologischen Vereinigung würdigte ihn 1977 als bedeutenden Herausgeber und Förderer der deutschsprachigen Graphologie.
Heute vereint der BGGP e. V. Menschen aus unterschiedlichen beruflichen Feldern, die ein gemeinsames Interesse verbindet: Die menschliche Handschrift in ihrer psychologischen, diagnostischen, forensischen, therapeutischen, wissenschaftlichen und kulturellen Bedeutung zu erforschen und zu verstehen. Zu unseren Mitgliedern gehören unter anderem Graphologen, Handschriftdiagnostiker, Psychologen, Lehrer, Unternehmer, Mediziner, Juristen, gerichtliche Schriftsachverständige, Schriftvergleicher, Schreibbewegungstherapeuten sowie weitere an Handschrift, Schreiben und Schriftforschung interessierte Personen.
Ein besonderes Anliegen des Verbandes ist die Bewahrung und Vermittlung von Wissen über Handschriften und über die Geschichte der Graphologie, und zwar nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern weltweit. Mit der HandwritingBiblio und dem historischen Archiv des BGGP in München Nymphenburg sammeln, erschließen und erhalten wir aktuelle und historische Bücher, Fachzeitschriften, Handschriften, Nachlässe und weitere Dokumente aus unterschiedlichen Ländern und Epochen.
Damit trägt der BGGP dazu bei, das Wissen über Graphologie, Schriftpsychologie, Schriftvergleichung und Schreibbewegung für Forschung, Ausbildung und Praxis zugänglich zu machen und für kommende Generationen zu bewahren. Die HandwritingBiblio versteht sich daher nicht nur als Spezialbibliothek, sondern auch als Teil des wissenschaftlichen und kulturellen Gedächtnisses der internationalen Graphologie – in digitaler und physischer Form.
Auf den folgenden Seiten finden Sie Informationen über unsere Ausbildungsmöglichkeiten, Veranstaltungen, Publikationen, Handschriftdiagnostikern und vieles mehr.
Sie erreichen unsere Geschäftsstelle telefonisch unter +49 89 31567814 oder über unser Kontaktformular.
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