Graphology for the diagnosis of suicide attempts: a blind proof of principle controlled study, in: International Journal of Clinical Practice, March 2007, S. 411 – 415

Vierzig Patienten in zwei großen Pariser Krankenhäusern wurden am Tag ihrer Entlassung nach einem Selbstmordversuch um eine Schriftprobe gebeten, und zwar sollten sie einen kurzen Brief über eine Kindheitserinnerung zu Papier bringen. Als Kontrollgruppe wurden Schriftproben von 40 gesunden Freiwilligen eingeholt. Zwei Graphologen und zwei Ärzte aus dem Bereich der inneren Medizin ohne Graphologiekenntnisse, die weder die Patienten noch die Personen der Kontrollgruppe kannten, sollten die gemischt nummerierten Schriftproben richtig zuordnen, entweder der Kontrollgruppe oder der Suizidgruppe. Die Graphologen ordneten 32 der 40 Handschriften richtig der Suizidgruppe zu, die Internisten 27 von 40. Ferner ordneten die Graphologen 33 von 40 Schriften der Kontrollgruppe zu, die Internisten 34 von 40. Schließlich wurden 12 Schriftproben aussortiert, aus denen Anflüge von Traurigkeit oder Empfindsamkeit ersichtlich waren, wonach sich 82 % richtige Zuordnungen durch die Graphologen und 71 % durch die Internisten ergaben. Die Graphologen stimmten zunächst bei 12 Briefen nicht überein, jedoch nach einer gemeinsamen Aussprache einigte man sich richtig in acht Fällen. Die Studie erbrachte somit einen annehmbaren Grad an Genauigkeit, so daß die Graphologie als Instrument zusätzlich zur Entscheidungsfindung in der Psychiatrie oder inneren Medizin herangezogen werden könnte. (Die Graphologen hatten keine Einzelmerkmale herangezogen, sondern Ganzheitsmerkmale oder Merkmalssyndrome.)