Graphology in Personality Assessment: A Reliability and Validity Study Dissertation, Adelphi University 1993

Unter experimentell und methodologisch rigorosen Bedingungen wurden die Ergebnisse zweier Graphologen (Felix Klein, Roger Rubin) mit denen von 14 klinischen Psychologen (Promotionsanwärter) verglichen. Bei den Testanden handelte es sich um 21 erwachsene Personen im Alter zwischen 18 und 54 Jahren, die sich am Derner Institut der Adelphi Universität einer Testbatterie üblicher klinischer Tests unterzogen hatten. Sowohl die klinischen Psychologen als auch die Graphologen hatten die Q-Daten (Q=Questionnaire) des California Fragebogens nach Block (1978) auszufüllen, der aus 100 Persönlichkeitsbeschreibungen in 9stufiger Skala (von der geringsten bis zur stärksten Ausprägung) besteht und eine Quasi-Normalverteilung der Beschreibungen liefert.

Die Ergebnisse der Untersuchung führten zu dem Schluß, daß es möglich ist, mit Hilfe von Handschriftanalysen zuverlässige und exakte Persönlichkeitserfassungen durchzuführen. Auch in bezug auf die DSM-III-R Diagnose zeigten Kliniker und Graphologen in den meisten Fällen übereinstimmende Ergebnisse. Alle drei aufgestellten Hypothesen der Studie fanden Bestätigung, insbesondere Hypothese zwei in bezug auf die Validität der graphologischen Q-Daten. Signifikante positive Korrelationen zwischen .21 bis .45 wurden ermittelt; es ergaben sich keine signifikanten negativen Korrelationen.

Als Nachteil wurde festgehalten, daß die gestellten Fragen im Fragebogen stark verhaltensorientiert waren und weniger auf Unbewußtes, Gefühle oder Phantasien abzielten, was sowohl in den klinischen Tests als auch durch die Handschriftanalyse zu erfassen versucht wird.

(Der Graphologe Felix Klein ist inzwischen verstorben und ein qualifizierter Ersatz für eine die Wiederholung einer derartigen Studie dürfte in den USA schwer zu finden sein.)